In Gedenken an unseren „Seniorchef“ Steffen Bickel

(Ein Nachruf von Jörg Meyer – Projektleitung PMO)

Liebe PMO – Gemeinde,

sehr zu unserem Bedauern ist dieses Jahr unser geliebter und sehr geschätzter „Seniorchef“ Steffen Bickel mit 80 Jahren von uns gegangen.

Wir, die Organisatoren des Patenschaftsmodells Offenbach (PMO) sind sehr traurig. Steffen war ein wunderbarer Mensch!

Unser "Seniorchef" Steffen Bickel

Unser „Seniorchef“ Steffen Bickel

Pfarrerin Anja Harzke, Steffen Bickel und ich haben vor knapp fünfzehn Jahren das Gemeinschaftsprojekt PMO aufgebaut. Ich werde nie vergessen, wie Anja in der Anfangsphase des Projekts, als wir beide handverlesene Patinnen und Paten für interessierte SuS der ersten und damals einzigen Schule Mathildenschule gesucht haben, zu mir kam und sagte: „Ich hätte da einen Aktiven aus der Evangelischen Kirchengemeinde Rumpenheim, dem ich das zutraue.“. Ja und was für einen hatte sie da angeschleppt: Schneidiger, kraftstrotzender Unternehmer(typ), (zugezogener) Rumpenheimer durch und durch, klar und bestimmt in der Ansage, mit genauen Vorstellungen wie er die Hauptschüler unterstützen könnte, aber auch was er von Ihnen an Eigeninitiative/Beteiligung verlangen wollte. Zweifelnd, ob wir die im gemütlichen warmen Nest der 8./9. Hauptschulklasse der Mathildenschule sitzenden Schüler einem solchen anspruchsvollen Brachialprogramm aussetzen sollten.

Anja und ich haben es gewagt…und es hat funktioniert, und viel mehr noch: Für das PMO war Steffen etwas ganz besonderes, Pate der ersten Stunde, der insgesamt 28 jugendliche HauptschülerInnen für die Ausbildung fit gemacht und in dieselbe geführt hat. Er war mit seinen Kontakten Türöffner für das PMO zur Kreishandwerkerschaft Offenbach, zur Industrie– und Handelskammer Offenbach und zur Handwerkskammer Rhein–Main. Er war unermüdlicher Antreiber in Sachen PMO und Fundraising und animierte mit Erfolg den Lions Club Rhein-Main, ihm persönlich bekannte Unternehmer und Institutionen, großzügig für die inzwischen umfangreichen Unterstützungsaktivitäten von SuS und ehrenamtlichen PatInnen zu spenden und somit die auch heute noch weitgehend drittmittelfinanzierte Projektarithmetik anzuschieben und sicherzustellen. Nach kurzer Zeit als Pate war Steffen als gleichberechtigtes Mitglied in das PMO – Orgateam aufgenommen und aus diesem nicht mehr wegzudenken.

Ich für meinen Teil kann nur sagen, Steffen war für einen Ehrenamtlichen sehr außergewöhnlich, weil er akkurat und zuverlässig wie ein Hauptamtlicher gearbeitet hat. Er hat keine Aufgaben übernommen, die er nicht leisten konnte und alles andere mit großem Erfolg erledigt. So einen „Mann für alle Fälle“ werden wir im PMO mit Sicherheit nicht mehr finden. Das PMO war sein Projekt und ist es auch in den letzten vier Jahren geblieben als es Steffen gesundheitlich nicht mehr gut ging. In der ersten Zeit als es Steffen noch recht gut ging, meldete er sich von Zeit zu Zeit telefonisch bei mir, um sich nach Stand und Fortschritten seines Projekts PMO zu erkundigen. Für mich sehr rührend daran war: Jedesmal wenn ich mich für gewöhnlich mit „Jörg Meyer, PMO“ am Telefon meldete, stellte er sich mit „Steffen Bickel, PMO“ vor.

Steffen war für mich auch ein guter, lieber Freund, der mich in Bornheim besuchte – Apfelsaft schlürfend, die Balkonblumen lobend. Mit seinem Sohn habe ich seit längerem Kontakt, seine ebenfalls von Steffen sehr geliebten Enkel durfte ich auch kennenlernen. Steffen fühlte sich in seiner Familie gut aufgehoben und beschützt.

Als Mensch und Freund bleibt mir Steffen als intelligente, eloquente und (Frauen gegenüber) charmante Person in Erinnerung, der Freundschaften zu schätzen wusste, gutem Essen und hervorragenden Weinen gegenüber nicht abgeneigt war, dessen Leidenschaft die (Alte) Oper und klassische Musik sowie schnelle Autos waren.

Die letzte Mentee die Steffen erfolgreich betreute, war eine Schülerin aus der Mathildenschule, die dann ehrenamtlich im Offenbacher Kinder – und Jugendparlament (KJP) für die Belange von Kindern – und Jugendlichen tätig war. So schließt sich der Kreis! Das ist erwünschte Nachhaltigkeit im Sinne von Steffen.

Steffen wurde auf dem Friedhof in Rumpenheim beerdigt.

Todesanzeige Steffen Bickel

Wir möchten hier auch noch einmal allen Teilhabenden danken die an das PMO gespendet haben (bis jetzt 2240 Euro) und somit dem letzten Willen unseres geliebten Steffen, statt Blumen eine Spende an das Projekt zu entrichten, nachgekommen sind.

Mach´s gut lieber Freund und „Seniorchef“. Wir werden dich nie vergessen!

Jörg Meyer

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